St. Lucia

Hi Leute,

das war mal nix mit faul am Strand liegen und ab und zu Beachvolleyball (gab auch nie nen Netz) spielen. Kaum entscheidet sich Markus zwei Tage vorher doch noch mitzukommen, wird nur noch gewandert. Lohnt sich aber auch auf der Insel.

Coconut Adventures

Gros Piton

Haircut Adventures

Am Ende sah’s es besser aus als gedacht und am nächsten Tag war Markus dran (gibts leider kein Video) :).

Schottland – last and least

Hi Leute,

leider hab ich es nicht gepackt den Schottland Reisebericht aufrecht zu erhalten. Es gab einfach soviel anderes zu tun… Und das ist wirklich schade, den einige Wandertage waren noch richtig geil. Besonders an die Moorwanderung, die Schafe im Regenbogen, und an die ganzen märchenhaften und saftig grünen Täler und Hügel erinnere ich mich gerne. Schottland ist definitiv einen Besuch wert!

Nächste Woche flieg ich mit Christian übrigens nach St. Lucia. Vielleicht schreib ich dann mal wieder was. Reingehaun.

Schottland – Tag 5

Es ist klamm im Zelt. Der nächtlich Sturm und Regenguss haben ihre Spuren hinterlassen aber glücklicherweise keine dauerhaften Schäden verursacht. Ich ziehe mich warm an und stehe auf. Über dem See liegt tiefsitzender Nebel der die Welt in ein monotones Grau taucht. Ein leichter Wind weht, die Bäume rascheln, ansonsten ist es vollkommen ruhig und friedlich. Nach einem kleinen Snack brechen wir auf. Wir folgen dem Weg Richtung Wald, den wir nach unserer Umkehraktion gestern, nun zum dritten mal laufen. Nach einem Kilometer biegt der Weg nach rechts, den Berg hinauf, ab und wir verlassen Loch Laggan. Das folgende Waldstück ist von Kreuzungen durchzogen. An jeder müssen wir anhalten, den Reiseführer und das GPS befragen, um uns zu orientieren. Der Wanderweg verläuft in Bögen und teilweise wieder in die entgegengesetzte Richtung, ziemlich konfus das alles. Am Wegesrand stehen lila blühende Rhododendron-Büsche (das sagen zumindest der Reiseführer und Konrad, ich hab ja keine Ahnung von Pflanzen). Auf dem „Gipfel“, auf einer von zwei Holzbrücken, machen wir unsere erste Rast an diesem Tag. Es gibt Brot, Käse, Salami, Nüsse und viel Trockenobst. An die folgende Strecke erinnere ich mich nur noch sehr sehr dunkel. Es geht wieder abwärts, zurück zum anderen Ende von Loch Laggan. Irgendwann müssen wir noch unsere Zelte getrocknet haben und ich kann mich auch noch an eine weitere Brücke erinnern auf der wir kurz halt gemacht haben (da waren zwei Fliegenfischer im Fluss).

Nach neun Kilometern erreichen wir Feagour, eine kleine Siedlung von zehn Häusern und unser erstes Zwischenziel. Wir hoffen das es hier eine Kneipe gibt. Zum einen um unseren kärglichen Wasservorrat wieder aufzufüllen und zum anderen hätten wir nichts gegen einen Kaffee. Leider wird unser Wunsch nicht erfüllt. Stattdessen finden wir einen stämmigen, kahlköpfigen Mann mittleren Alters der gerade seinen Oldtimer aufmotzt. Wir fragen ob er uns helfen kann und mit seinem starken schottischen Akzent schickt er uns zum Garten seines Nachbarn (der nicht da ist) und zeigt uns einen riesigen Wassertank an dem wir uns bedienen dürfen. Wir bedanken uns, unterhalten uns noch kurz über den East Highland Way und ziehen dann weiter.

Wir passieren die A86 und betreten die Black Woods. Ein größtenteils unberührter Wald umgibt uns. Was für ein angenehmer Kontrast im Vergleich zu den letzten zwanzig Kilometern. Ein hübscher Wanderweg führt stetig bergauf so das wir bald ins schwitzen kommen und uns unserer Klamotten entledigen. Laut Reiseführer gibt es einen Alternativweg der zu einem alten Fort führt. Leider müssten wir den dazugehören Berg erklimmen. Wir diskutieren das es eigentlich keinen Sinn macht mit schweren Rucksäcken zu wandern, wenn man dann die ganzen Attraktionen links liegen lassen muss. Naja, der Weg ist schön und als sich der Wald lichtet werden wir auch mit einer wunderbaren Aussicht belohnt, halt nur ohne Ruine. Der Weg wird wieder breiter und nach einer weiteren halben Stunde passieren wir den Spey Damm und kommen auf eine asphaltierte Straße. Am Horizont erspähen wir unser heutiges Tagesziel Laggan (das Dorf, nicht das Loch). Links und rechts vom Straßenrand befinden sich nun wieder Weiden mit Schafen und Pferden. Ab und zu kommt uns ein Auto entgegen und wie in Schottland üblich, wird jedes mal gegrüßt.

In Laggan angekommen suchen wir nach einer Unterkunft. Nach drei Tagen im Zelt freuen wir uns riesig auf ein richtiges Bett. Wir müssen feststellen das es nur ein einziges Lodge gibt und die wollen 45 Pfund haben. Wir zögern trotzdem nicht lange und schlagen zu (auch wenn unser Höchstpreis eigentlich bei 40 Pfund lag). Unser Zimmer ist top. Es ist sehr sauber, wir haben zwei Betten, einen flauschiger Teppich, ein super modernes Badezimmer und diverse Warmgetränke. Ich lass alles stehen und liegen und stell mich ne halbe Stunde unter die Dusche und dreh auf extra heiß. Sehr sehr geil!!!! Frisch geduscht und mit sauberen Wechselklamotten bin ich einfach nur glücklich. In solchen Momenten merkt man erst mal wieder in was für einem Luxus man doch jeden Tag lebt. Ich weiß jetzt noch wie ich mich gefreut habe diese Nacht in einem richtigen Bett zu pennen. Wunderbar.

Zum Abendbrot kochen wir uns Reis mit Gemüsebouillon und klein geschnittenem Schinken. Es ist etwas zu salzig aber der Hunger treibt es rein. Danach erkunden wir noch kurz durchs Dorf und gehen, als es dunkel wird, zurück aufs Zimmer. Draußen ist es ziemlich kalt geworden. Die Gastwirtin meint es wird diese Nacht um die 6 Grad und auch die morgige Nacht soll ähnlich kalt werden. Aber was kümmert uns morgen wenn wir heute in einem Bett schlafen können?? In das verziehen wir uns dann auch zügig, reden, lesen, und surfen noch ein wenig und schlafen schließlich zufrieden ein.

Gran Canaria

Hi Leute,

die guten Vorsätze den Schottland Bericht weiterzuführen sind wieder mal verpufft. Deswegen gibt’s heute, als kleinen Snack zwischendurch, Bilder aus Gran Canaria. Ich war mit Basti eine Woche in Maspalomas und wir hatten gut Spaß. Wir waren surfen, wandern, baden, Party machen, im Casino, sind über die Insel gecruised, haben Schach und Go gespielt, ne Menge Alkohol vernichtet und sind aus einem Escape-Room ausgebrochen (sehr zu empfehlen, macht echt Bock!).

Schottland – Tag 4

Die Nacht schlafe ich unruhig. Ich wache mehrmals auf, drehe und wende mich auf meiner Isomatte und döse wieder weg. Einmal stelle ich schlaftrunken fest das es angefangen hat zu regnen. In den frühen Morgenstunde gebe ich auf und beschließe aufzustehen. Erstaunt muss ich registrieren das mein hübsches, orange leuchtendes Zelt schwarz ist. Besser gesagt, die Innenseite meines Außenzeltes ist großflächig verschmiert von einer Horde toter Midges. Der Regen ist fort, hinterlassen hat er ein durchtränktes Zelt und ein Massengrab für allerlei Insekten. Es müssen tausende sein die an den Wänden kleben.

Wie ihr im Video seht, befindet sich auch vor meinem Zelt eine nicht zu unterschätzende Anzahl. Leider liegt mein Rucksack noch im Vorzelt, wird schwierig da ran zu kommen ohne zerstochen zu werden. Ich schreie, über das stetige Rauschen des Wehres hinweg, zu Konrad „Wollen wir aufstehen?“. Zurück kommt ein gedämpftes „Ja“. Also los. Ich fasse den Plan zuerst meinen Rucksack ins Innenzelt zu bekommen. Es klappt so mittelprächtig, zwanzig dreißig Midges schlüpfen mit durch und belästigen mich während des Einpackens. Ich rudere wild mit den Armen und versuche soviel wie Möglich ins Jenseits zu befördern. Nach dem der Rucksack gepackt ist reiße ich die Reißverschlüsse auf und stürme aus dem Zelt. Aus den Augenwinkeln sehe ich wie Konrad gemütlich vor seinem Zelt steht und in Seelenruhe seine Sachen packt (Ok, etwas übertrieben. Aber ich bin so schnell geflüchtet das es sich so angefühlt hat.). Hat der da drüben keine Midges??? Egal, ich renne erst mal fünfzig Meter weit weg in der Hoffnung das die Viecher von meinem Zelt ablassen. Nach ein paar Minuten leistet mir Konrad Gesellschaft und wir laufen eine kleine Runde um den Midges Zeit zu geben sich zu verstreuen. Auch das klappt nur mittelprächtig. Am Ende habe ich wohl noch nie so schnell mein Zelt abgebaut wie an diesem Morgen.

Nach dieser Erfahrung geht die Wanderung los. Laut Reiseführer stehen 34 Kilometer auf dem Programm. LOL! Keine Chance für uns das tatsächlich zu laufen. Anscheinend gibt es keine Herberge in nächster Zeit. Was schlecht ist, da wir wieder einmal Wasserprobleme haben. Die nächste Siedlung Moy Bridge ist rund zehn Kilometer entfernt und bis dahin müssen wir mindestens durchhalten. Der Weg beginnt wie er aufgehört hat. Wir laufen auf einer breiten Schotterpiste durch Kiefernwald. Relativ unspektakulär. Nach zwei Kilometern lichtet sich der Wald und wir erhaschen die ersten Blicke aufs angrenzende Tal und die gegenüberliegenden Berge. Groß und kahl ragen sie nasenförmig aneinandergereiht aus der Landschaft. Nach einer guten Stunde kämpfen sich die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke und wir beschließen zu Frühstücken und die Zelte zu trocknen. Wir schmeißen unseren Kartuschenkocher an und kochen Porridge gesüßt mit Honig. Es ist nicht super lecker aber es macht satt. Das Wetter wird immer besser so das wir bald in T-Shirt und kurzer Hose dasitzen. Auch die Zelte trocknen zügig.

An die nachfolgenden Kilometer bis Moy Bridge erinnere ich mich nur noch unscharf. Ich weiß das der Wanderweg am Hang verläuft, er sich ewig zieht, wir die schöne Aussicht genießen und das irgendwann unser Wasservorrat zur neige geht. Kurz vor Moy Bridge entdecken wir zwei Höfe. Wir sind durstig und wollen nach Wasser fragen. Beim ersten Hof ist das Haupttor mehrmals verschlossen und es gibt keine Klingel. Wir spähen über das Grundstück und sehen niemanden. Das Haus ist dunkel, anscheinend ist keiner da. Da uns nichts einfällt was wir machen könnten laufen wir weiter. Beim zweiten Hof kommen wir zumindest aufs Grundstück und bis zum Haus. Wir klingeln, aber niemand öffnet uns. Ein Blick durchs Fenster bestätigt das hier schon länger niemand mehr wohnt. Die Post stapelt sich hinter der Haustür. Auf der Rückseite das Hauses finden wir einen Wasserhahn. Nur leider kommt kein Wasser raus. Verflixt!

Enttäuscht und durstig laufen wir weiter. Wir haben nun zwei Optionen. Erstens einen kleinen Umweg nach Moy Bridge einschlagen in der Hoffnung das uns dort jemand mit Wasser versorgt. Oder zweitens, wir laufen bis Loch Laggan, schöpfen Wasser aus dem See und kochen dieses ab. Nach einer kurzen Diskussion entschließen wir uns für Loch Laggan. Wer weiß ob Wochentags dreizehn Uhr überhaupt jemand zu Hause ist. Außerdem haben wir keine Lust auf die zusätzlichen zwei Kilometer Laufstrecke.

Nach einer weiteren dreiviertel Stunde erreichen wir Loch Laggan. Zwischendurch haben wir noch einen kleinen, weniger erfolgreichen Exkurs durchs Moor gewagt. Wir wollten abkürzen, aber die Straße wurde nicht umsonst außen herum gebaut. Egal, jetzt ist erst mal Schlafenszeit! Ich hau mich auf meinen Rucksack, mache einen Powernap, und überlasse Konrad die ganze Abkochaktion.
Unser Rastplatz liegt idyllisch gelegen auf einer kleinen Anhöhe umgeben von drei Schatten spendenden Bäumen. Neben uns Loch Laggan das sich bis zum Horizont erstreckt. Es wäre der perfekte Ort zum zelten. Leider müssen wir heute noch ein paar Kilometer schruben.

Nach gut zwei Stunden brechen wir ausgeruht, neu motiviert und mit zwei vollen Wasserflaschen wieder auf. Unser Weg verläuft am südlichen Ufer von Loch Laggan. Der See hat eine Länge von rund zwölf Kilometern und die Hälfte davon wollen wir heute noch laufen. Links und rechts der Straße stehen wiedereinmal Kiefern in Monokultur. Die Schotten legen anscheinend wenig Wert auf Mischwald. Sehr schade, die Landschaft ist zwar auch so schön, aber sie könnte traumhaft aussehen. Da es die ganze Zeit geradeaus geht kommen wir gut voran. Erst als der Weg einen Bogen nach rechts, den Hang hinauf in den Wald macht, bemerken wir, das wir eigentlich schon zu weit gelaufen sind. Mitten im Wald zu zelten hat sich wegen der vielen Midges als eher ungünstig herausgestellt. Wir laufen also ein Stück zurück. Einen Kilometer vorher hatten wir eine kleine Ausbuchtung am Straßenrand entdeckt. Die Reifenspuren lassen auf einen Parkplatz für Forstfahrzeuge schließen. Niemand ist da und so okkupieren wir den Platz für diese Nacht.

Konrad schießt noch ein paar Fotos im Dämmerlicht und da es zu Nieseln anfängt, ziehen wir uns bald in unsere Zelte zurück. Ich lese noch ein wenig und höre Musik. Gegen 22 Uhr, ich bin kurz vorm einschlafen, fängt es richtig an zu schütten und ein Sturm zieht auf. Böen brausen durchs Tal. Durch das knacken der Bäume höre ich wie sie stetig näherkommen bevor sie mit voller Wucht mein ungeschütztes Zelt treffen. Teilweise steht es so schief, das ich es mit der Angst zu tun bekomme. Ich drücke mit meinen Händen gegen die attackierte Seitenwand um das Gestänge ein wenig entlasten. Außen- und Innenzelt kleben aneinander und das Regenwasser suppt langsam durch. Toll, jetzt wird es auch noch im Zelt nass. Eine halbe Stunde harre ich so aus bevor der Sturm langsam abflaut. Ok, das Zelt steht noch aber alles ist nass. Unter meine Isomatte hat sich eine Pfütze gebildet und mein Schlafsack ist auf der rechten Seite von Wasser durchtränkt. Mit meinem Handtuch versuche ich die gröbste Nässe aufzusaugen. Erschöpft und zufrieden, in der Hoffnung dass nun das Gröbste überstanden ist, versinke ich in meinen wohlverdienten Schlaf.


Wenn ich weiter so langsam schreibe bin ich bis Weihnachten noch nicht durch mit dem Bericht. Langsam verblassen auch schon die ersten Erinnerungen, ich sollte mich also beeilen. Ma schauen wie es weitergeht. Grüße an alle!

Schottland – Teil 1

Hi Leute, wie im vorherigen Post schon kundgetan, hier der erste Teil vom Schottland Bericht. Es ist immer mehr Text geworden, naja irgendwer wirds schon lesen. Zusammen mit Konrad ging es zehn Tage in den eisigen Norden Großbritanniens. Als Wandertour hatten wir uns den East Highland Way herausgepickt. Einen sieben Tagesmarsch durch die schottischen Highlands. Von Fort Williams nach Aviemore. Die Strecke gibts erst seit 2007 und ist größtenteils unmarkiert, Abenteuer und verlaufen waren also garantiert :).

Tag 1 – Anreise
Los gehts um 9:20 Uhr von Jena Paradies mit dem Zug Richtung Berlin Schönefeld. Für mich zwar recht früh, aber deutlich entspannter als die meisten anderen Flugreisen vorher. Die gesamte Anreise verläuft recht reibungslos und ohne größere Vorkommnisse. Von Berlin gehts nach Glasgow und von dort mit dem Bus weiter nach Fort Williams. Den Bus verpassen wir fast, da wir ein wenig zu lange in der Shopping-Mall nebenan essen. Ein kurzer Sprint zum Busbahnhof, mit 13 Kilogramm auf dem Rücken, ist dann aber auch das anstrengendste was wir an diesem Tag zu bewältigen haben. Während der Fahrt können wir die saftig grünen Berge und die dunklen Seen des schottischen Hochlands bewundern. Getrübt wird die Vorfreude nur durch ein großes, neben dem Highway platziertes Warnschild: „Forecast: Heavy Rain“. Abends im Pub dann gleich noch einmal. Auf dem Fernseher läuft eine Sondersendung zum kommenden Unwetter. Schnell ein Bier geholt und sich außer Reichweite der unheilvoll aussehenden Satellitenanimation gesetzt. Mit dem Regen müssen wir uns erst am nächsten Tag rumplagen, für diese Nacht gibts nochmal ein warmes und trockenes Bett im Fassfern Guest House.

Tag 2 – Regen?
Nach einem derben schottischen Frühstück (Schinken, Würste, Bohnen, Rührei und Toast – richtig schön fettig :)) gehts zum einkaufen. Zwei Gaspatronen, drei Liter Wasser und einen Fleece Pulli für mich, weil ich meinen in Jena vergessen hab. Das restliche Essen für die nächsten sieben Tage hatten wir schon in Deutschland eingekauft. Bei den schottischen Preisen eine sehr gute Entscheidung. Kaum verlassen wir den Supermarkt beginnt es zu tröpfeln. Äußerst pünktlich, kann man nix sagen. Wasserdicht verpackt mit Regenjacke und Regenhose laufen wir los. Unser erstes Ziel ist eine alte Burgruine am Stadtrand von Fort Williams. Auf dem Weg dahin passieren wir kleine Stadthäuschen die im Vorgarten mit Kieselsteinen zugeschüttet sind. Mit grauem Himmel im Hintergrund und Dauerregen gibt das ein ziemlich deprimierendes Bild ab. Die Stimmung ist trotzdem gut, sind ja gerade erst losgelaufen und noch voller Tatendrang. Nach rund einem Kilometer sind wir auch schon an der ehemaligen Burg. Wir setzen die Rucksäcke ab und sehen uns um. Ganz hübsch und ziemlich gut erhalten das Ding. Ahja, einer der Türme wurde als Klo missbraucht… widerlich. Der kleine Umweg hat sich gelohnt, wir schießen noch ein paar Fotos und brechen zügig wieder auf.

Zurück gehts auf die Hauptstraße der wir bis zur Alcan Aluminium Schmelzanlage folgen. Von dort aus, könnte man sagen, beginnt der eigentliche East Highland Way. Wir folgen einer Schotterpiste die durch einen aufgeforsteten Wald führt. Der Weg ist nicht sonderlich schön, dafür einfach zu laufen und allemal besser als die A82 die man noch vom weitem hört. Nach rund zwei Kilometern passieren wir eine hübsche Holzbrücke auf der wir kurz halten, was trinken, und zum ersten mal die nervigen Midges zu spüren bekommen. Später mehr zu den Viechtern. Die Schotterpiste hört auf und es geht auf einem Waldweg weiter. Durch den Regen zwar ein wenig matschig aber sehr angenehm zu laufen. Der Himmel klart nun immer weiter auf und die Sonne lässt sich ab und zu blicken. Von wegen heavy rain, eher Aprilwetter. Gegen dreizehn Uhr finden wir einen Holztisch am Wegesrand und beschließen kurzerhand Mittag zu essen. Es gibt einzeln abgepacktes Vollkornbrot mit Käse und Studentenfutter zum Nachtisch. Die ersten paar Midges stören uns noch nicht weiter, aber nach fünf Minuten umkreist uns ein halber Schwarm und wir fliehen zurück auf den Wanderweg. Landschaftlich ändert sich nun nichts mehr. Wir folgen dem Weg, der sich zwischenzeitlich wieder in eine Schotterpiste verwandelt hat, passieren noch einen Lift mit dazugehöriger Downhill-Mountainbike-Stecke und gelangen schließlich, nach 18 Kilometern, an unser Tagesziel Spean Bridge.

Das kleine Dörfchen bietet einen Supermarkt und ein Bahnhofsrestaurant. In diesem lassen wir uns nieder, trinken Kaffee und essen leckeren Kuchen. Anschließend gehts an die Zeltplatzsuche. Relativ zügig, etwa fünfhundert Meter hinter Spean Bridge entdecken wir eine kleine, ebenerdige Lichtung direkt am Wegesrand. Vor dem Aufbau warten wir noch ein paar Minuten ab um die Midges-Lage zu checken. Ein paar schwirren rum, ansonsten siehts gut aus. Kaum ist der Rucksack ausgepackt und das Innenzelt aufgebaut gehts los. Als ob sie drauf gewartet hätten das wir uns hier niederlassen. Ich kann schwer sagen wie viele Fliegen uns umkreisen, hundert, zweihundert? So viele zumindest das wir immer hektischer werden. Die Viechter stechen nicht nur, sie fliegen einem auch ständig in die Augen, in die Ohren, in die Nase und in den Mund. Drecksviechter. Erschlagen bringt nix, da für jedes Vieh fünf neue spawnen. Nach ein paar Minuten ist alles aufgebaut und verstaut und wir machen uns so schnell wie möglich vom Acker.

Mit Gaskocher, Kochzeug und Tütensuppe bewaffnet gehts zurück in die Stadt. Auf einem Spielplatz lassen wir uns nieder und köcheln ein leckeres Pilzsüppchen. Auch dort gibts natürlich Midges… nicht zum aushalten, wie machen die Schotten das? Die können doch gar nicht vor die Tür gehen ohne angefallen zu werden.
Am Ende des Tages stürmen wir so schnell wie möglich in unsere Zelte. Innenzeltreißverschluß aufreißen, reinlegen und zuziehen, geschafft… Einen Vorteil haben die Viechter gegenüber Mücken, sie summen nicht und somit kann man trotz Belagerung ganz gut schlafen.

Tag 3 – Midges
Der Morgen geht genauso los wie der Abend aufgehört hat. Ein Schwarm Midges belagert die Zelte und lässt uns nur die Möglichkeit in Rekordtempo alles einzupacken. Da es geregnet hat und die Außenzelte nass sind, schnüren wir diese außen an die Rucksäcke dran und ziehen so schnell wie möglich weiter. Nach einem guten Kilometer finden wir auf einer Anhöhe, umgeben von gerodeter Waldfläche einen kleinen Schotterparkplatz. Die Sonne scheint und wir entschließen uns die Zelte zu trocknen und zu Frühstücken. Die Midges scheinen die Sonne nicht sonderlich zu mögen so das wir recht ungestört verweilen können. Leider reicht unser Wasservorat nicht mehr für einen Kaffee, die Suppe am Vortag hat das meiste aufgebraucht und wir haben vergessen es nachzufüllen. Ohne Koffein aber gut gelaunt brechen wir wieder auf. Das Wetter ist richtig schön und die Landschaft wird auch immer besser. Wir wandern jetzt durch Farmland. Sehen Kühe, Ziegen und eine Menge Schafe die entspannt auf den von Steinmauern umrandeten Weiden vor sich hin grasen. Ab und zu passieren wir die dazugehörigen Bauernhöfe und entdecken Ruinen von ehemaligen Höfen. Andere Menschen sehen wir nicht. Keine Bauern und keine weiteren Wanderer. Gegen Mittag legen wir eine zweite kurze Rast am Wegesrand ein und essen ein paar Trockenfrüchte.

Unser nächstes Zwischenziel ist Achluachrach. Laut Reiseführer soll es dort ein Restaurant geben und wir freuen uns schon diebisch auf den Kaffee am Nachmittag. Doch erst einmal müssen wir die Rucksäcke auch bis dahin schleppen. Ich fühle mich irgendwie schlapp, ohne genau zu wissen warum. Ich vermute die Suppe vom Vortag hat die Energiereserven nicht vollständig aufgefüllt. Auch die Rückenmuskeln verspannen zunehmend. Alles nicht weiter tragisch, nur nervig. Sonst gibt es keinen Grund zu meckern. Das Wetter hält und die Landschaft ist im Vergleich zum gestrigen Tag abwechslungsreich und wunderschön. Neben Höfen, Weiden und Ruinen ist das Land von einer Vielzahl kleiner Flüsse durchzogen über die rustikale Holzbrücken führen. Wir laufen durch winzige Wälder deren moosbedeckten, urigen Bäume der Abholzung entgangen sind und die seit Jahrhunderten stehen müssen. Ein Landschaftsarchitekt hätte es nicht besser hinbekommen. Nach vier Stunden, unterbrochen durch mehrere Pausen, erreichen wir schließlich Achluachrach. Auf einer Anhöhe, direkt an der Straße und etwas Abseits unserer Route befindet sich das Best Western Hotel mit Restaurant. Wir beschließen neben dem obligatorischem Kaffee noch was richtiges zu essen. Es ist zwar teuer aber auch ziemlich lecker. Neben dem Wi-Fi können auch wir die Örtlichkeiten benutzen und unseren arg zu Ende gehenden Wasservorrat wieder auffüllen.

Ausgeruht, satt und zufrieden brechen wir auf um zu unseren heutigen Tagesziel Inverlair zu gelangen. Es ist halb sechs und wir haben nur noch sechs Kilometer vor uns. Selbst mit den Rucksäcken sollten wir nicht länger als zwei Stunden für diese Strecke brauchen. Die Etappe beginnt auf einer riesigen Weide ohne richtigen Weg. Wir stapfen einfach quer drüber, vorbei an Schafen und Ziegen die sich nicht sonderlich für uns interessieren. Nach einem Kilometer gelangen wir zur Achnacochine Ruine. Die Schotten haben schon tolle Namen, könnte auch aus Südamerika stammen. Dann gehts einen Hang herunter und das erste mal ohne Brücke über einen Fluss. Der ist weder tief noch besonders schnell und es liegen auch genug große Steine im Flussbett so das die Überquerung nicht sonderlich schwierig verläuft. Durch ein Gatter gelangen wir wieder einmal auf eine Schotterpiste. Der Weg schlängelt sich am Hang entlang und führt stetig nach oben. Unser Anstieg für heute. Laut Reiseführer wandern wir jetzt auf einem „delightful forest trail“. In der Realität ist von diesem aber nicht mehr viel übrig. Ein paar einsame Kiefern stehen noch, der Rest wurde abgeholzt und befindet sich wahrscheinlich in Form von Ikea-Möbeln in deutschen Wohnzimmern. Auch gut, haben wir einen besseren Blick aufs Umland.

Eine Stunde später erreichen wir Inverlair, eine Ansammlung von drei vier Häusern und der Inverlair Lodge. Im zweiten Weltkrieg soll hier Rudolf Hess nach seiner Flucht aus Deutschland eingesperrt worden sein. Ob das stimmt ist ziemlich unklar. Wie auch immer, uns kümmert in diesem Moment nur der Fakt das wir hier unsere Zelte nicht aufschlagen können. Um uns herum ist entweder Moor oder Weide. Beides nicht sonderlich toll zum zelten. Außerdem erspähen wir die ersten Midges und davon nicht wenige. Wir beschließen noch ein Stück weiterzulaufen und uns nach einem geeigneten Schlafplatz umzuschauen.

Nun fangen die Schmerzen an. Konrad hat arge Probleme mit seinem Fuß und meine Nackenmuskeln sind komplett verkrampft. Wir jammern natürlich überhaupt nicht und laufen stramm weiter! Von der Umgebung bekommen wir immer weniger mit. Zum einem ist die Sonne untergegangen und es wird langsam dunkler, zum anderen halten wir nur noch nach potentiellen Zeltplätzen Ausschau. Leider laufen wir die ganze Zeit entlang von Weiden die immer sumpfiger werden. Nach einer halben Stunde passieren wir An Dubh Lochan, ein kleiner See der am Tag bestimmt toll aussieht. Inzwischen diskutieren wir ausschließlich darüber wo man überall zelten könnte. Da oben auf dem Hügel vielleicht? Der Wind verscheucht die Midges, aber wir müssen erst durchs Moor waten und dann da rauf… Ah nee gibt bestimmt was besseres. Vielleicht hinter dem See? Auch nicht… da grasen noch Schafe, überall liegt Kot und die Midges werden uns tot beißen. Also weiter.

Nach einer weiteren halben Stunde gelangen wir an einen kleinen Staudamm und Konrad hat keine Lust mehr. Wir finden eine trockene, halbwegs ebenerdige Stelle direkt am Damm. Ein perfekter Platz wenn die Midges nicht wären. Vermutlich haben die gleich nebenan ihr Hauptquartier. Kaum haben wir die Rucksäcke abgesetzt, hat jeder von uns schon einen Schwarm um sich kreisen. So schnell ging das noch nie… Unsere Taktik würde ich als build and run bezeichnen. Aufbauen, wegrennen, Aufbauen, wegrennen und so weiter. Damit kann man die Midges halbwegs zerstreuen und unter nicht ganz so vielen Stichen die Zelte hochziehen. Die Nacht zuvor dachte ich ja schon das wir von Midges belagert wurden, aber das war kein Vergleich zu dieser Nacht. Es müssen zehntausende gewesen sein (im nächsten Post gibts ein Video, da könnt ihr nachzählen). Belagerung hin oder her, am Ende hält das Innenzelt halbwegs dicht und nur ein paar Midges schlüpfen die Nacht über durch.

Kambodscha

Hi Leute,

ich schreibe gerade fleißig am Schottland Bericht. In der Zwischenzeit reiche ich noch die fehlenden Fotos aus Kambodscha nach. Wer Tempelanlagen mag sollte sich dieses Land nicht entgehen lassen!

Nächste Woche gehts mit Basti noch mal nach Gran Canaria. Danach muss ich wieder hart arbeiten :/ (Mitleid ist angebracht).

Thailand Bilder

Singapur

Hi Leute,

vor zwei Wochen (wie schnell die Zeit vergeht…) waren Melle, Silvio und ich in Singapur. Ohne ins Detail gehen zu wollen, wir hatten jede Menge Spaß :). Die Bilder sind diesmal fast alle von Silvio. In seiner Fotografierwut hat er einfach überall draufgehalten und abgedrückt. Deswegen, und weil ich zu faul bin einen längeren Text zu schreiben, gibts diesmal mehr Bilder.

Inzwischen bin ich in Siem Reap (Kambodscha) angekommen, dazwischen war ich noch in Phuket und Bangkok. Am 20. flieg ich zurück. Bis bald!

Malaysia

Kuala Lumpur

Der erste Eindruck hat sich leider bestätigt. Es gibt deutlich schönere Großstädte als Kuala Lumpur und ein Besuch lohnt sich Mangels Sehenswürdigkeiten nicht wirklich. Die Twin-Towers sind schon in Ordnung und auch das Islamische National Museum hatte seinen Reiz, aber das wars dann auch. Ansonsten kann man in dieser Stadt wunderbar shoppen, viel mehr bleibt einem auch kaum übrig. Bei der Hitze flüchtet man am liebsten gleich in die nächste Mall (davon gibts massig!) anstatt draußen herum zu spazieren. Da ich nicht so der Shopping-Typ bin, hab ich meinen letzten Tag in KL lieber im klimatisierten Hotelzimmer verbracht und Flüge, Hotels und andere Sachen geplant und gebucht.

Kuching

Kuching ist die größte Stadt auf der wunderschönen Insel Borneo. Am Südchinesischen Meer liegend, umringt von Urwald, vereinzelten Bergformationen und einer ausgedehnten Flusslandschaft gibt es hier viel zu entdecken und zu erleben. Die Landschaft ist einfach der Hammer, touristisch gut erschlossen aber längst nicht so überlaufen wie Bali oder Thailand. Gerade in der Trockenzeit (März – Oktober), wenn die Temperaturen zur Mittagszeit um die 33°C liegen und die Sonne erbarmungslos brennt, hat man seine Ruhe, fernab vom Massentourismus. Ausreichend Wasser und starke Sonnencreme vorausgesetzt, kann man trotz schweißtreibender Hitze wunderbar wandern.

Die Einheimischen sind super nett und die meisten sprechen ein sehr gutes Englisch. Das liegt vor allem daran, das Sarawak (der Distrikt von Kuching) fast ein Jahrhundert lang von der englischen Familie Brooke (weiße Rajas) beherrscht wurde. Die Sarawaker sind darauf immer noch mächtig stolz, da unter dieser Führung, ein rasanter wirtschaftlicher Aufschwung stattfand. Seit Sarawak 1963 dem neugegründeten Staat Malaysia beitrat stagniert die Wirtschaft. Trotz reicher Erdölvorkommen, Bodenschätzen und Kahlschlag des Urwalds fließt das meiste Geld in die Hände korrupter Politiker.

Die ersten zwei Tage in Kuching hab ich mich hauptsächlich in der Stadt aufgehalten und mir alles mögliche angesehen. Chinesische Tempel, die Uferpromenade (die mich ein wenig an Dresden erinnert hat), das chinesische Museum, das Civic Center mit Planetarium (50 Cent Eintritt für eine Privatshow, es war sonst keiner da. Leider ist der Sternenprojektor von Zeiss schon vor fünf Jahren kaputtgegangen und eine Reparatur ist zu teuer. Dafür war der Beamer und die Soundanlage ziemlich neu.) und das Sarawak-Museum. Bestimmt hab ich noch irgendwas vergessen. War alles nicht wahnsinnig aufregend aber ok :).

Am dritten und vierten Tag war ich im Bako Nationalpark (Bako heißt übersetzt Mangrove). Der Park liegt rund 40 Kilometer nordöstlich von Kuching und kann nur per Motorboot erreicht werden. Man startet bei einem kleinen Fischerdorf südlich des Parks und fährt die Küste entlang Richtung Norden zum Park-HQ. Vorbei an üppigen Mangrovenwäldern, den Urwald im Hintergrund, gibt das einen ziemlich schönen Einstieg. Was leider nicht so schön ist, sind die Baracken im HQ, die ihre beste Zeit wohl vor 30 Jahren hatten. Quietschende Schaumstoffmatratzen mit Plastiküberzug (wie im Krankenhaus), dazu ein hartes steifes Kopfkissen (will gar nicht wissen was da drinnen ist) und ein verwaschenes Baumwolldeckchen bilden das Bett. Der Ventilator ist durchgerostet und knarzt bei jeder Drehung. Ohne geht aber auch nicht, da man die Fenster geschlossen halten muss, ansonsten stürmen die Affen die Bude und wüten rum. Aber was soll’s, ist ja nur für eine Nacht…
Vor der Nachtwanderung, welche jeden Tag um 20 Uhr startet, hatte ich noch 3 Stunden Zeit mir einen ersten Eindruck vom Park zu verschaffen. Nach Analyse der Wanderkarte wollte ich zwei kleinere Spaziergänge zu den beiden nächstgelegenen Stränden machen. Also Wasser eingepackt und losgestiefelt. Der erste Track zum Teluk Pako (Teluk = Strand) ist rund ein Kilometer vom HQ entfernt und verläuft entlang der Küste. Es geht immer auf und ab über Wurzeln, Steine und eine Menge Treppen. Nach gut einer halben Stunde kam ich komplett durchgeschwitzt an. Ich bin langsam gelaufen und hab mir Zeit gelassen, trotzdem schwitzt man sofort. Der Strand könnte einem Werbefilm entsprungen sein. Wenn das Wasser noch etwas klarer wäre und nicht 30°C hätte, wär ich direkt reingesprungen.

Nach einer halben Stunde Pause hab ich kurz überlegt auch noch zum anderen Strand zu laufen, aber auf fünf Kilometer Dschungelwanderung hatte ich keine Lust mehr. Und so bin ich gemütlich wieder zurück gelaufen und hab zwischen durch Krebse und andere Weichtiere im Watt beobachtet. Die Gezeiten sind hier ziemlich stark, weswegen man vorher im Internet recherchieren sollte wann man zur Fährbootanlegestelle kommt. Bei Ebbe fahren die Boote nicht und man muss eventuell vier, fünf Stunden warten bis man in den Park kommt.

Die Nachtwanderung startete, wie gesagt, kurz nach 20 Uhr. Das Tempo war eher gemächlich. In Reih und Glied sind wir den Guides auf einem schmalen Holzsteg hinterher gewatschelt. Alle paar Minuten gabs eine neue „Attraktion“ zu bewundern. Will heißen Schlangen (die Kobra war leider nicht aufzutreiben), riesige Spinnen, Glühwürmchen, schlafende Vögel, Fledermäuse und eine Menge Insekten. Die anderen Touris waren natürlich perfekt mit Stirnlampe vorbereitet, ich hatte meine Taschenlampe in Kuching vergessen :). War aber kein Problem, die Guides haben alles ausgeleuchtet. Insgesamt ging die Tour bestimmt zwei Stunden.

Am nächsten Morgen bin ich relativ früh aufgestanden (für meine Verhältnisse), hab in der Kantine was gegessen und mich dann auf den Weg gemacht. Ursprünglich wollte ich eine achtzehn Kilometerwanderung zum anderen Ende der Halbinsel machen, einmal quer drüber und dann mit dem Boot zurückfahren. Leider ist der komplette hintere Abschnitt des Parks seit ein paar Jahren gesperrt. Viele hatten sich bei den längeren Trails überschätzt, erlitten einen Hitzschlag und mussten dann von den Parkrangern gerettet werden. Es gab sogar zwei Tote.

bako

Also hab ich mich für den Teluk Tajur und den Lintag Trail entschieden, insgesamt 14 km. Im Gegensatz zum vorherigen Tag ging es diesmal direkt ins Landesinnere und damit zum ersten Anstieg von gut 100 Metern. Eigentlich nicht weiter tragisch, aber hatte ich schon erwähnt das es verdammt heiß und schwül war??? Der Aufstieg endete auf einem Steinplateau. Vom Urwald war nicht mehr allzu viel zu sehen und die Sonne brannte nun gnadenlos ohne die schützenden Bäume. Kein Wunder das hier Leute umkippen. Weiter gings den Bergrücken entlang auf einem gut ausgeschildertem Sandweg (Kann man nix sagen, die Wege waren alle hervorragend ausgezeichnet, keine Chance sich zu verlaufen.). Nach zehn Minuten gelangte ich zu einem Pavillon der als Unterschlupf und Aussichtspunkt diente. Von dort aus ging es nun immer wieder die Hügel hoch und runter. Abwechselnd Urwald im Tal und die nackte Sonne auf der Höhe. Wobei Tal und Höhe etwas übertrieben klingt, es waren nie mehr als 100 Meter Höhenunterschied. Nach zwei Stunden und fünf Kilometern war ich schließlich am Strand (Telik Tajur). Oder besser gesagt, auf einem riesigen Watt mit lauter Krebsen und einer Horde von Kaulquappen. An Abkühlung war auch hier nicht zu denken. Warmes Wasser, ein endlos flacher Strand und bei jedem Schritt sinkt man fünf bis zehn Zentimeter in den Schlamm ein.

Also hab ich mich auf einen Stein gehauen, in Ruhe was gegessen und dabei die Viechter beobachtet. Gegen zwölf Uhr gings zurück Rückweg Richtung Pavillon. Dort angekommen war ich schon ziemlich erschöpft und die Sonne brannte gefühlt noch stärker. Ich hab ernsthaft mit mir gerungen den zweiten Trail, Trail sein zu lassen und zurück zum HQ zu laufen. Aber was solls, nun bin ich einmal da und da lauf ich auch den Rest. Landschaftlich hat sich nichts mehr geändert. Es ging immer höher den Berg hinauf und mein Wasservorrat neigte sich stetig dem Ende entgegen. Drei Kilometer vor dem HQ, auf dem höchsten Punkt meiner Wanderung, war es dann auch soweit, das Wasser war alle. Und so bin ich schwitzend und durstig, Landschaft und Tiere ignorierend, so schnell wie möglich (was nicht allzu schnell war) weitergelaufen. Kurz nach drei Uhr hatte ich es dann geschafft. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Kantine, ging es aufs Motorboot und zurück nach Kuching.

Schon wieder soviel geschrieben… deswegen nur eine kurze Auflistung was ich sonst noch gemacht hab:
5. Tag: nix! Durch die Stadt geeiert, Kaffee’s getrunken, an der Promenade gebummelt etc.
6. Tag: Im Semenggoh Nature Reserve Orang-Utans beobachtet.
7. Tag: Wanderung auf den Mount Santubong. Wasserfall mit super geilem erfrischendem Pool auf mittlerer Höhe!
8. Kajak-Tour und 4WD Rennen

Inzwischen war ich auch noch in Singapur mit Melle und Silvio, dazu später mehr. Und gerade bin ich in Phuket.